Psychotherapie - besser leben

Psychische Erkrankungen können die Lebensqualität gravierend beeinträchtigen. In einer Psychotherapie können solche Erkrankungen bzw. die damit verbundenen Symptome mit Hilfe von wissenschaftlich fundierten Verfahren behandelt werden. Durchgeführt werden kann diese Behandlung von Psychologischen Psychotherapeuten und von psychotherapeutisch tätigen Ärzten. Die entsprechenden Kosten werden bei vorliegender Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und sind nicht zuzahlungspflichtig.

Auf der Internetseite Wege zur Psychotherapie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) finden Sie ausführliche Informationen zum Ablauf und der Kostenübernahme einer Psychotherapie. Termine werden auch über die Terminservicestellen der Kassenärztlichenvereinigungen vermittelt.

Verläßliche Informationen zu unterschiedlichen psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depression (Burn-out, Erschöpfung), generalisierte Angststörungen, Panik und Agoraphobie, posttraumatische Belastungsstörung, somatoforme Störungen, soziale Phobie oder Zwangsstörung finden Sie z.B. auf der Internetseite www.gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) oder der Internetseite www.psychenet.de.

Wie lange dauert eine Psychotherapie?


Bevor Sie mit einer Psychotherapie beginnen, besuchen Sie zunächst eine psychotherapeutische Sprechstunde. In einem ersten Gespräch von mindestens 50 Minuten wird geklärt, ob eine psychotherapeutische Behandlung notwendig ist. Von den gesetzlichen Krankenkassen sind im Rahmen einer Verhaltenstherapie je nach Bedarf unterschiedliche Behandlungsdauern vorgesehen: Eine Akutbehandlung ist für Patienten gedacht, die aufgrund einer aktuellen Krise besonders schnelle Hilfe brauchen; die Aktubehandlung kann aus bis zu 12 Sitzungen mit einer Dauer von 50 Minuten bzw. 24 Sitzungen mit einer Dauer von 25 Minuten bestehen. Eine Kurzzeittherapie beinhaltet insgesamt maximal 2 x 12 Sitzungen mit jeweils 50 Minuten Dauer. Die Langzeittherapie umfasst in einem ersten Bewilligungsschritt zunächst 60 Sitzungen mit einer Dauer von jeweils 50 Minuten. In einem zweiten Bewilligungsschritt können maximal 80 Sitzungen genehmigt werden. Einige dieser Stunden können noch bis zu 2 Jahre nach Beendigung der Therapie zur Rückfallsprophylaxe in Anspruch genommen werden. Weitere allgemeine Informationen zur Psychotherapie erhalten Sie auf der Seite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).




Wie läuft eine Psychotherapie ab?


Während einer Verhaltenstherapie finden die Sitzungen meist zunächst wöchentlich statt. Eine Sitzung dauert 50 Minuten und finden i.d.R. im Einzelgespräch statt. Falls hierzu ein konkreter Anlass besteht, können allerdings auch Angehörige in die Therapie mit einbezogen werden. Die Inhalte der Sitzungen richten sich ganz nach den Schwierigkeiten, mit denen Sie den Psychotherapeuten aufsuchen.




Welche Therapieformen gibt es?


In Deutschland gibt es für die Behandlung von Erwachsenen drei psychotherapeutische Verfahren, die von den Krankenversicherungen erstattet werden. Mein therapeutischer Schwerpunkt ist die kognitive Verhaltenstherapie. Die zeitgenössische Verhaltenstherapie hat zum Ziel, das Verhalten des Patienten zu verändern und zugleich die jeweiligen kognitiven, gedanklichen Strukturen bewusst zu machen und an die Erfordernisse des Patienten anzupassen. Dies geschieht u.a. durch konkrete Übungen, der Patient übernimmt hierbei unter Anleitung des Therapeuten eine aktive Rolle. Seit Ihren Anfängen hat die Verhaltentherapie eine rasante Entwicklung erfahren und sich in ihren Methoden und Konzepten stetig erweitert. Neuere Ansätze in der kognitiven Verhaltenstherapie sind beispielsweise die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), die Schematherapie, Cognitive Behavioral System of Psychotherapy (CBASP) sowie allgemein achtsamkeitsbasierte Ansätze. Umfangreiche Informationen zur kognitiven Verhaltenstherapie und zu weiteren Themen erhalten Sie auf der Seite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist auf die Klärung unbewusster und teils frühkindlicher zwischenmenschlicher Konflikte gerichtet. Die Grundannahme hierbei ist, dass eine Bewusstmachung dieser Konflikte eine Besserung der Krankheitssymptome bewirkt. Dieser Therapieansatz zielt im Vergleich zur Verhaltenstherapie weniger auf die Veränderung konkreten Verhaltens ab. Die Analytische Psychotherapie ist ebenso wie die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ein aufdeckendes Verfahren, bei dem es primär um die Kenntnis unbewusster psychischer Prozesse geht. Auch hier wird im Vergleich zur Verhaltenstherapie weniger Einfluss auf das konkrete Verhalten genommen. Wesentliche Grundlage der Psychoanalyse sind die Lehren Sigmund Freuds.




Wie wichtig ist die Beziehung zum Therapeuten?


Die Beziehung zwischen Therapeut und Patient spielt in der Psychotherapie eine sehr wichtige Rolle. So muss der Patient in der Lage sein, das notwenige Vertrauen zum Therapeuten zu entwickeln, was beispielsweise das Offenlegen schambesetzter Erfahrungen ermöglicht. Daher ist es sinnvoll, in den ersten sogenannten probatorischen Sitzungen bzw. Probesitzungen auf die Passung zwischen sich und dem Therapeuten zu achten. Vor dem Beginn einer Kurz- oder Langzeittherapie sind von den gesetzlichen Krankenkassen mindestens zwei probatorische Sitzungen vorgesehen.